5 häufige Fehler, die Sie in Ihrem ersten ESG-Bericht vermeiden sollten

Angesichts des zunehmenden öffentlichen Drucks und regulatorischer Anforderungen stehen immer mehr Unternehmen vor der Herausforderung, zum ersten Mal einen ESG-Bericht (Environmental, Social and Governance) zu erstellen.

Infolge des europäischen Green Deal - der Verpflichtung, Europa bis 2050 zu einem klimaneutralen und nachhaltigen Kontinent zu machen - werden die Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung für EU-Unternehmen in naher Zukunft verschärft werden.

Trotz der zunehmenden Bedeutung von ESG-Themen auf der Agenda von Unternehmen und Investoren besteht immer noch große Verwirrung in Bezug auf die Anforderungen der Standards und die Offenlegung von ESG-Informationen.

Um sicherzustellen, dass Ihr erster ESG-Bericht gute Ergebnisse liefert, sollten Sie diese 5 vermeidbaren Fehler kennen:



1. Unterschätzung des Zeit- und Arbeitsaufwands für die Datenerhebung

Die Datenerfassung ist ein zeitaufwändiger Prozess, der eine ganzheitliche Sicht auf alle Unternehmensaktivitäten erfordert. Da ESG-Themen Ihr gesamtes Unternehmen betreffen, müssen viele verschiedene Abteilungen in diesen Prozess eingebunden werden.

Der Zeitaufwand für die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den relevanten Abteilungen sollte nicht unterschätzt werden.

Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die offengelegten Informationen die richtigen Metriken erfassen und somit die richtigen ESG-KPIs abbilden. Aus diesem Grund sollten Sie ESG-Experten einbeziehen, die die Richtigkeit der Daten bestätigen, was zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen kann.

2. Keine Verwendung eines anerkannten Nachhaltigkeitsberichtstandards

Die Verwendung eines anerkannten Standards oder Rahmens für die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist im Hinblick auf drei Faktoren besonders wichtig:

  1. Klarheit: Berichtsstandards zielen darauf ab, den Stakeholdern ein möglichst klares Bild davon zu vermitteln, wie Ihr Unternehmen ESG-Themen behandelt. So können die Stakeholder schnell und einfach die Informationen finden, die sie in Ihrem ESG-Bericht suchen.
  2. Vergleichbarkeit: Standards für Nachhaltigkeitsberichte ermöglichen es Anlegern durch eine standardisierte Offenlegung von ESG-Daten auch, Investitionsmöglichkeiten zu vergleichen. Eine klare Darstellung ermöglicht es den Anlegern, leicht zu beurteilen, welche Anlageentscheidungen für ein grünes Portfolio geeignet sind - ohne sich durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Berichten wühlen zu müssen.
  3. Selbstkontrolle: Die Berichterstattung im Einklang mit den Berichtsstandards kann auch Inhalte hervorbringen, ihr Unternehmen nutzen kann, um ihre ESG-Leistung im Laufe der Zeit zu überwachen.

3. Überforderung durch die Vielzahl an ESG-Standards

GRI, CDP, SASB, UNCG, EMAS, DNK - die Zahl der Standards und Rahmenwerke für die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist riesig. Daher kann es auf den ersten Blick recht schwierig erscheinen, den richtigen auszuwählen.

Der gewählte Standard sollte die Bedürfnisse Ihrer Organisation im Hinblick auf die ESG-Berichterstattung am besten erfüllen und zu den Eigenschaften Ihres Unternehmens passen. Die Auswahl des am besten geeigneten Rahmens hängt ab von:

  1. ihrem Zielpublikum: Richtet sich der Bericht an Ihre Investoren, Wirtschaftsprüfer, Mitarbeiter, Regierungen und/oder Gläubiger?
  2. dem Ziel ihres ESG-Berichts: Dient er als Grundlage für finanzielle Entscheidungen? Soll er Ihr Nachhaltigkeitsengagement kommunizieren oder die Einhaltung von Vorschriften sicherstellen?
  3. dem Umfang Ihrer Organisation: Handelt es sich um eine nationale oder internationale Organisation?

4. Keine Priorisierung der wesentlichen ESG-Themen

ESG-Themen sollten nach Rangfolge und Prioritäten geordnet werden, um Ihren Bericht prägnant und aussagekräftig zu machen. Die Darstellung zu vieler ESG-Themen kann die Informationskraft und Verständlichkeit des Berichts einschränken.

Die Wesentlichkeitsanalyse ermöglicht es, die wichtigsten ESG-Themen Ihres Unternehmens und Ihrer Branche zu bestimmen. Im Rahmen der Wesentlichkeitsbewertung des GRI wird beispielsweise untersucht, welche ESG-Faktoren möglicherweise relevante Auswirkungen auf die Umwelt und die Stakeholder Ihres Unternehmens haben könnten.

Es ist ratsam, die Meinungen Ihrer Stakeholder wie Kunden, Investoren, Mitarbeiter und die Zivilgesellschaft in den Prozess der Identifizierung Ihrer wesentlichsten ESG-Themen einzubeziehen. Die Erkenntnisse der Stakeholder können Prioritäten aufzeigen, die der Unternehmensleitung möglicherweise nicht bewusst sind.

Unternehmensbewertung und Stakeholder-Bewertung können dann in einer Wesentlichkeitsmatrix zusammengeführt werden. Die x-Achse zeigt die Prioritäten des Unternehmens und die y-Achse die Prioritäten der Stakeholder. Die Themen in der oberen rechten Ecke der Matrix sind sowohl für das Unternehmen als auch für Ihre Stakeholder am wichtigsten.

5. Keine Festlegung von ESG-Zielen

Wenn unternehmerische Nachhaltigkeit zu einem Wettbewerbsvorteil führen soll, sollte sich Ihr Unternehmen nicht mit der Beschreibung des Status quo zufrieden geben. Stattdessen sollte Ihr Unternehmen spezifische ESG-Ziele sowie konkrete Maßnahmen definieren, um diese Ziele zu erreichen. Die Ziele sollten angemessen sein, und die Fortschritte sollten regelmäßig überprüft werden.

Es ist von wesentlicher Bedeutung, dass Sie Ihre aktuelle Leistung nachvollziehen können, indem Sie diese mit der Performance Ihrer Konkurrenten vergleichen, technologische Möglichkeiten ausloten und mit Ihren wichtigsten Stakeholdern zusammenarbeiten.

Außerdem ist es wichtig, sich sowohl qualitative (z. B. Ausrichtung der Unternehmenskultur auf ESG) als auch quantitative Ziele zu setzen (z. B. 100 % Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen). Qualitative Ziele sind oft grundlegender, während quantitative Ziele leichter zu messen sind.

Die ESG-Ziele müssen in Ihre Unternehmensstrategie eingebettet werden, um ihre Wirkung zu maximieren. Auf diese Weise könnte eine bessere ESG-Leistung automatisch zu einer besseren Gesamtleistung und einem "grünen Gewinn" beitragen.





Zusammenfassend kann die Erstellung Ihres allerersten ESG-Berichts eine ziemliche Herausforderung sein. Doch anstatt die ESG-Berichterstattung als Last zu betrachten, sollten wir sie als Chance sehen. Eine Chance, die Beziehung zu Ihren Kunden zu stärken, sich von Ihren Wettbewerbern zu differenzieren, das Vertrauen Ihrer Investoren zu stärken und Optimierungspotenziale zu entdecken. Bedenken Sie, dass Sie eine auf ESG ausgerichtete Governance-Struktur und -Kultur aufbauen sollten, um Ihre ESG-Bemühungen auch wirklich effektiv zu gestalten. Denn die Berichtskennzahlen sind der letzte Schritt auf dem Weg zu ihrem fertigen ESG-Report, nicht der erste.

Wenn Sie sich des erforderlichen Zeit- und Arbeitsaufwands bewusst sind, Ihren Bericht an einem anerkannten Berichtsstandard ausrichten, wesentliche ESG-Themen priorisieren und Ihre ESG-Ziele festlegen, sind Sie auf dem richtigen Weg.



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