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29. Jun. 2026
CDP (Carbon Disclosure Project) ist für viele Unternehmen ein zentraler Kanal, um Klima- und Umweltdaten gegenüber Investoren, Kunden und weiteren Stakeholdern offenzulegen. Besonders in internationalen Lieferketten wird CDP häufig genutzt, um Informationen zu Emissionen, Klimarisiken, Wasser, Wäldern und weiteren Umweltthemen strukturiert abzufragen.
Damit ist CDP mehr als nur ein Nachhaltigkeitsfragebogen. Die Offenlegung zeigt, wie belastbar ein Unternehmen seine Umweltinformationen erhebt, steuert und dokumentiert. Für viele Unternehmen wird CDP deshalb zu einem wichtigen Bestandteil des ESG-Datenmanagements.
CDP ist eine globale Non-Profit-Organisation, die eine Plattform zur standardisierten Offenlegung von Umweltinformationen betreibt. Unternehmen berichten dort über klima- und umweltbezogene Risiken, Chancen, Strategien, Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen.
Die Teilnahme kann freiwillig erfolgen oder durch Investoren, Kunden, Banken oder andere sogenannte Requester angestoßen werden. CDP ist keine gesetzliche Berichtspflicht wie etwa die CSRD. In der Praxis kann eine CDP-Anfrage aber erheblichen geschäftlichen Druck erzeugen, zum Beispiel, wenn wichtige Kunden Transparenz über Emissionen oder Lieferkettenrisiken verlangen.
Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf Klimadaten. Dazu gehören unter anderem:
Daneben behandelt CDP je nach Unternehmensprofil und Fragebogen weitere Umweltbereiche, etwa Wasser, Wälder, Biodiversität, Kunststoffe sowie naturbezogene Themen. Welche Module und Fragen relevant sind, hängt unter anderem von der Branche, der Unternehmensgröße, den sogenannten Requestern (Kunde oder Investor, der von einem Zulieferer eine Umweltauswertungsanfrage fordert) und den Angaben im CDP-Portal ab.
CDP ist besonders relevant für Unternehmen, die:
Auch kleinere und mittlere Unternehmen können betroffen sein, wenn große Kunden CDP-Daten im Rahmen ihres Lieferkettenmanagements anfordern.
Der CDP-Prozess folgt einem jährlichen Disclosure Cycle. Unternehmen registrieren sich im CDP-Portal, prüfen ihre Anfrage, bestätigen interne Verantwortlichkeiten und bearbeiten anschließend den relevanten Fragebogen.
Typischerweise umfasst der Prozess folgende Schritte:
Für den 2026er Disclosure Cycle nennt CDP Mitte September als relevante Scoring Deadline. Die Scoring Deadline bezeichnet die Frist, bis zu der Unternehmen ihre CDP-Antwort einreichen müssen, damit sie im offiziellen CDP Scoring berücksichtigt wird. Auf offiziellen CDP-Seiten finden sich dazu unterschiedliche Datumsangaben, unter anderem der 16. und 17. September 2026. Unternehmen sollten deshalb stets die Angaben im CDP-Portal sowie die aktuellen CDP Terms of Disclosure prüfen.
Für einen Bericht nach CDP benötigen Unternehmen vor allem belastbare Umwelt- und Klimadaten. Dazu gehören Emissionsdaten, Energieverbräuche, Berechnungsmethoden, Emissionsfaktoren, Klimaziele, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Risikoanalysen und Nachweise.
Besonders anspruchsvoll ist häufig Scope 3. Viele Daten liegen nicht zentral im Unternehmen, sondern bei Lieferanten, im Einkauf, in Produktionssystemen oder in lokalen Einheiten. Ohne klare Datenverantwortung wird CDP schnell zu einem manuellen Abstimmungsprozess. Entscheidend ist daher nicht nur, die richtigen Zahlen zu haben. Unternehmen müssen auch dokumentieren können, woher die Daten stammen, wie sie berechnet wurden und wer sie geprüft hat.
CDP bewertet Antworten anhand der veröffentlichten Scoring-Methodiken. Die Scores reichen grundsätzlich von D- bis A. Sie zeigen, wie umfassend und strukturiert ein Unternehmen Umweltinformationen offenlegt und wie weit das Management entsprechender Themen entwickelt ist.
Die Stufen lassen sich grob so einordnen:
Ein CDP Score ist keine reine Bewertung der absoluten Umweltperformance. Er bewertet vor allem Transparenz, Vollständigkeit, Managementreife, Nachvollziehbarkeit und Fortschritt. Unternehmen sollten daher nicht nur einzelne Kennzahlen optimieren, sondern den gesamten Antwortprozess konsistent aufsetzen.
CDP ist keine gesetzliche Berichtspflicht und auch kein klassischer Nachhaltigkeitsstandard wie GRI oder ESRS. CDP ist eine marktgetriebene Offenlegungsplattform, über die Unternehmen Klima- und Umweltdaten strukturiert gegenüber Investoren, Kunden und weiteren Stakeholdern bereitstellen.
Der Unterschied liegt vor allem im Zweck: Während die CSRD mit den ESRS eine regulatorische Berichtspflicht für betroffene Unternehmen schafft, dient CDP vor allem der standardisierten Beantwortung externer Datenanfragen. GRI wiederum unterstützt Unternehmen dabei, ihre Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Menschen öffentlich zu berichten. ISSB/IFRS S2 fokussiert auf klimabezogene Informationen, die für Kapitalmarktakteure entscheidungsrelevant sind.
Rahmenwerk / Plattform
Hauptzweck
Fokus
Für Unternehmen relevant, wenn ...
CDP
Offenlegung von Umweltinformationen gegenüber Marktakteuren
Klima, Wasser, Wälder, Biodiversität, Kunststoffe und weitere Umweltthemen
Investoren, Kunden oder Lieferkettenpartner CDP-Daten anfordern
CSRD / ESRS
Regulatorische Nachhaltigkeitsberichterstattung in der EU
Umwelt, Soziales, Governance und doppelte Wesentlichkeit
das Unternehmen unter die CSRD fällt
GRI
Freiwillige bzw. stakeholderorientierte Nachhaltigkeitsberichterstattung
Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Menschen
Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsauswirkungen transparent berichten möchten
ISSB / IFRS S2
Kapitalmarktorientierte Klimaberichterstattung
Klimabezogene Risiken und Chancen
Investoren entscheidungsrelevante Klimainformationen benötigen
Trotz dieser Unterschiede überschneiden sich viele Inhalte. CDP-Daten berühren Themen, die auch für CSRD/ESRS, GRI oder IFRS S2 relevant sind, etwa Governance, Strategie, Risiken, Kennzahlen, Ziele, Maßnahmen, Emissionen, Energie und Lieferketteninformationen.
CDP ersetzt daher weder die CSRD-Berichterstattung noch GRI oder ISSB. Sinnvoll ist vielmehr eine integrierte ESG-Datenbasis, aus der Unternehmen unterschiedliche Anforderungen bedienen können: regulatorische Berichte, CDP-Fragebögen, Kundenanfragen, GRI-Reporting und interne Steuerung.
Eine gute Vorbereitung beginnt mit einer klaren Datenstruktur. Unternehmen sollten früh prüfen, welche CDP-Themen relevant sind, welche Daten bereits vorliegen und welche Fachbereiche beteiligt werden müssen.
Wichtig sind vor allem:
So wird CDP nicht nur fristgerecht bearbeitet, sondern als Steuerungsinstrument für Klima- und Umweltdaten genutzt.
CDP ermöglicht Unternehmen die standardisierte Offenlegung von Klima- und Umweltdaten. Das KPI Management von Envoria unterstützt Unternehmen bei der Erfassung und Verwaltung CDP-relevanter Daten, der Bearbeitung von CDP-Fragebögen und der Berichterstattung.
Mit Envoria können Unternehmen CDP-Daten strukturiert abbilden:
Damit lässt sich CDP in ein belastbares ESG-Datenmanagement integrieren – statt als isolierter Fragebogen kurz vor der Deadline bearbeitet zu werden.
CDP zeigt nicht nur, welche Klima- und Umweltdaten ein Unternehmen offenlegt, sondern auch, wie gut diese Daten intern gesteuert und dokumentiert werden. Für Unternehmen ist CDP deshalb besonders relevant, wenn Investoren, Kunden oder Lieferkettenpartner belastbare Informationen zu Emissionen, Klimarisiken und Umweltmaßnahmen erwarten.
Entscheidend für eine gute CDP-Berichterstattung sind klare Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Berechnungsmethoden, dokumentierte Nachweise und eine konsistente Datenbasis. Das gilt besonders für Scope-3-Emissionen, Lieferkettendaten und den Abgleich mit CSRD-/ESRS-Anforderungen.
Wer CDP systematisch vorbereitet, reduziert manuellen Aufwand, verbessert die Datenqualität und kann Klima- und Umweltdaten auch für ESG-Reporting, Kundenauskünfte und interne Steuerung nutzen.
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